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Roman Nacht ohne Angst

NACHT OHNE ANGST
Kriminalroman
Verlag btb 2013
Taschenbuch, 320 Seiten
ISBN: 978-3-442-74626-2

Band 1 der Reihe



Nacht ohne Angst

In der Hamburger Universitätspsychiatrie wird eine Patientin erhängt aufgefunden. Die zuständige Psychotherapeutin Tessa Ravens kann nicht glauben, dass es sich um Selbstmord handelt. Als eine weitere Patientin brutal ermordet wird, scheint sich ihre Befürchtung zu bestätigen. Und auch Kriminalhauptkommissar Torben Koster merkt schnell, dass er hier mit gewöhnlichen Ermittlungsmethoden nicht weit kommt. An Verdächtigen mangelt es nicht, doch welchen Aussagen kann man wirklich trauen und was davon ist paranoide Wahnvorstellung? Er ist auf Tessas Unterstützung angewiesen, doch die Suche nach dem Mörder wird für beide zur Zerreißprobe ...

Sie schaute in das fleckige Gesicht des toten Mädchens. Die Wimperntusche verwischt, die Augen erloschen. Sie musste geweint haben. Eine Haarlocke hing ihr in die Stirn. Tessa hob eine Hand und strich dem Mädchen das dunkle Haar zurück. Langes, seidiges Haar.
 

Rezensionen

Lesermeinungen und Buchkritiken zu Nacht ohne Angst

Roman Nacht ohne Angst

Die Angst geht um ...
Tessa Ravens arbeitet als Psychotherapeutin in der Hamburger Universitätspsychiatrie. Als eine ihrer Patientinnen erhängt aufgefunden wird, mag sie als Einzige nicht an Selbstmord glauben. Und der gewaltsame Tod einer weiteren Patientin scheint ihr Recht zu geben. Tessa beginnt zu ermitteln - aber wem kann man glauben in einer Atmosphäre, in der paranoide Wahnvorstellungen die Regel sind? Angelique Mundt weiß wovon sie schreibt: Sie ist selbst Psychotherapeutin. Ihr Debüt hebt sich wohltuend vom Krimi-Einerlei ab. Lebensnahe Figuren agieren in einem Fall, der es bei aller Geradlinigkeit nie an Spannung vermissen lässt. Eine Entdeckung! Frank Menden // stories! Buchhandlung // 20. Juni 2013

In den letzten Jahren habe ich auf meinem langen Arbeitsweg unzählige gute Krimis verschlungen. Irgendwann hatte ich jedoch das Gefühl, alles bereits gelesen zu haben. Zum Glück wurde ich durch dieses Buch eines Besseren belehrt. Es gibt also doch noch spannende und auch sehr interessante Geschichten zu erzählen. Die Autorin hat mir meinen Spaß an Krimis wiedergegeben - danke! Ich bin jetzt schon sehr gespannt auf die Fortsetzung. Michaela Pischke auf AMAZON // Juni 2013

Unappetitliche Polizisten, deren kriminalistische Genialität auf dem genossenen Alkohol beruht, von der Einfallsarmut des Autors zeugende Brutalitäten und eine Story, die ihre Dürftigkeit hinter massenhaft Unerheblichem verbirgt, diese Ingredienzien des zeitgenössischen, meist skandinavischen Krimis sucht man in Nacht ohne Angst vergebens. Hier jagen lebendige Figuren wie die warmherzige Tessa und Torben, der Detektiv ohne Schrullen, den Mörder. Der Leser sieht sich in die eisige Atmosphäre einer Psychiatrie versetzt. Mundt gelingt das Kunststück, eine im Rückblick gradlinige Geschichte bis zur letzten Zeile spannend zu gestalten. Ein MUST HAVE in jeder Krimibibliothek. Dieter Fasel auf AMAZON // Juni 2013

Darauf habe ich gewartet! Ich liebe Bücher, in denen psychisch kranke Protagonisten die Hauptrolle spielen, und wurde nicht enttäuscht! Das Debut von Autorin Angélique Mundt, das der Auftakt einer Reihe mit der Therapeutin Tessa Ravens ist, hat mir spannende und hochinteressante Lesestunden beschert. (...) Die Protagonisten in dem Kriminalroman sind authentisch, fast liebevoll gezeichnet und auch die Hauptprotagonistin Tessa Ravens ist dem Leser auf Anhieb symphatisch. Äußerst gut hat mir gefallen, dass der Hauptkommissar Torben Koster nicht als Superbulle dargestellt wird. Ein ganz normaler Mann mit Problemen, Ängsten und Gefühlen, die jeden betreffen könnten, aber zu keinem Zeitpunkt in dem Roman langweilig erscheinen.

Die Geschichte ist spannend und der Schreibstil von Angélique Mundt klar und sehr angenehm. Ganz nebenbei lernt der Leser einige psychische Störungen zumindest im Ansatz zu verstehen und ich fühlte mich bei den Erklärungen recht gut informiert. Zur vollständigen Rezension ... Thrillertante Blog // Juni 2013

Ein super Debütroman! Ich hab diesen einfachen und sehr leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin geliebt. Das ging wunderbar flüssig und war sehr angenehm. Die Geschichte um Tessa Ravens, der Therapeutin, und Torben Koster, dem Ermittler, habe ich gerne verfolgt. Obwohl ich nicht ganz damit einverstanden war, dass Tessa sich derart in die Ermittlungen zu den beiden Todesfällen einmischte, oft auf eigene Faust ermittelte, und sich somit selbst in Gefahr brachte. Die Spannung hat sich für mich eigentlich durch das ganze Buch gezogen. Richtig mitreißend wurde es dann gegen Ende, als dann quasi alles ans Licht kam. Ich kann den Krimi der "Neu-Autorin" Angélique Mundt nur empfehlen. Ein super Debütroman! Und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung im Herbst 2014. Janine2610 auf LovelyBooks // August 2013

Agatha Christie in der Psychiatrie
Die Handlung des Romans spielt sich an zehn Tagen ab, in ebenso viele entsprechend betitelte Kapitel ist er auch gegliedert. Erzählt wird in auktorialer Perspektive, abwechselnd Tessa Ravens und Torben Koster begleitend. Der überwiegende Anteil der Aufmerksamkeit gilt dabei der weiblichen Protagonistin, die anhand zahlreicher innerer Monologe so detailliert gestaltet wird, daß andere Figuren neben ihr eher bleich wirken. Die Vermutung, daß sehr viel an Gefühlen und Erfahrungen der Autorin eingeflossen ist, liegt nahe. Laut Angaben des Verlags absolvierte Angelique Mundt das Studium der Psychologie und ist als selbständige Psychotherapeutin tätig. Wie auch ihre Hauptfigur weist sie Erfahrungen in einem psychologischen Kriseninterventionsteam auf, das bei der Bewältigung traumatischer Erlebnisse unterstützt.

Anhand dieses Werdegangs ist es nicht verwunderlich, daß die Schilderung menschlicher Interaktionen mit besonderer Akribie erfolgt. Daß beispielsweise die Überbringung einer Todesnachricht auch für die Exekutivbeamten ein furchtbares Erlebnis ist, zeigt ein Fall zu dem Tessa als Mitglied des Kriseninterventionsteams gerufen wird: "Drinnen würgten die Polizisten an den Worten. Schnell, ohne Umschweife, mußten sie auf den Punkt kommen. Sonst kam Hoffnung auf. Und Hoffnung gab es nicht mehr."

Die größte Stärke des Romans - die detaillierte Wiedergabe menschlicher Interaktionen - erweist sich allerdings auch als seine Schwäche: Da nämlich der Entwurf und die Ausgestaltung von Persönlichkeiten, wie sie in einer psychiatrischen Abteilung anzutreffen sind, viel an Erzählzeit beansprucht (und diese auch zugewiesen erhält), verbleiben weniger narrative Ressourcen für eines der wichtigsten Elemente eines Krimis, nämlich die Spannung. Anhand der Kapitelüberschriften nimmt der Leser zwar die verstreichende Zeit wahr, in der Handlung selbst scheint diese jedoch kaum eine Rolle zu spielen. Weder steht die implizite Drohung eines weiteren Mordes im Raum, noch werden den Protagonisten Fristen gesetzt, deren Überschreitung geahndet würden. Die Anzahl der Verdächtigen ist überschaubar, die Abteilung der Klinik ein in sich abgeschlossenes Biotop, die beiden Hauptfiguren wirken trotz einiger Pannen im Großen und Ganzen souverän in ihrem Agieren. (...)

Fazit: Obwohl die Ausgangssituation - Mord in der Psychiatrie - auf eine unheimliche Jagd durch die Irrgärten der menschlichen Seele schließen läßt, wie sie etwa Wulf Dorn in seinem ähnlich gelagerten "Trigger" veranstaltet, handelt es sich eher um eine Verhaltensstudie interessanter Persönlichkeiten, die mit einer Ausnahmesituation konfrontiert werden. Die Erzählkraft der Autorin, unterstützt durch feines Gespür für zwischenmenschliche Nuancen, vermittelt außerdem ein hohes Maß an Authentizität. WOLFGANG B auf Lovely Books // August 2013

Meine Kurzbeschreibung: In einer Hamburger Psychiatrie findet man eine erhängte Patientin. Tessa Ravens, die junge engagierte Therapeutin ist überzeugt, dass sie ermordet wurde. Dann passiert ein weiterer Mord und das bestätigt Tessa nun in ihrem Glauben, dass es Mord war. Die Polizei und der ermittelnde Hauptkommissar sind zuerst etwas überfordert mit der Situation in der Psychiatrie. Wem können sie glauben, wer sagt die Wahrheit und wer fantasiert sich seine Geschichte zusammen. An möglichen Verdächtigen mangelt es nicht und wem kann man trauen?

Schreibstil: Flüssig, klar und deutlich. Genaue Erklärungen und immer wieder auch einen guten Einblick in die Arbeit in der Psychiatrie, die auch ein Nichttherapeut versteht. Fazit: Ich kann hier nur sagen, ich war begeistert von diesem Buch. Es ist ein Kriminalroman nach meinem Geschmack. Es geht hier nicht nur banal um einen Mord, einen Täter, einen Hauptkommisar. Nein, es geht hier um Menschen, die in einen Mord hingezogen werden. Menschen, die mit ihrem Leben hadern, Menschen, die unsicher sind. Frau Mundt hat es für mich fantastisch geschafft, eine Mordgeschichte mit dem Leben zu verbinden. Und hat hierbei auch viele Informationen preisgegebe,n wie es Menschen mit psychischen Problemen geht. Ebenso hat sie es, wie ich finde, sehr gut verstanden, diese Geschichten der Menschen und den Mord zu verbinden, ohne kitschig oder unecht zu wirken. Spannung war da bis zum Ende und die Liebe kommt auch nicht zu kurz. Ich bin ja nun auf die weiteren Folgen gespannt. Manuela auf Lovely Books // 2. August 2013

Schon nach den ersten Seiten nahm mich die Geschichte um die Aufklärung der beiden Todesfälle, die sich kurz hintereinander auf der psychiatrischen Station ereigneten, gefangen. Im Mittelpunkt stehen Torben Koster, der ermittelnde Kommissar, und die zuständige Ärztin und Therapeutin Tessa Ravens – daneben weiteres Klinikpersonal und einige Patienten mit unterschiedlichen psychiatrischen Diagnosen, von denen sich Koster für die Aufklärung der Geschehnisse wichtige Informationen erhofft, bei denen es aber aufgrund ihrer psychischen Erkrankung schwerfällt, reale Wahrnehmungen und irreale Vorstellungen auseinander zu halten. „Nacht ohne Angst“ gibt neben der eigentlichen Kriminalgeschichte interessante und sehr lebensnahe Einblicke in die Arbeit in der Psychiatrie und wirft dabei immer wieder spannende Fragen zu Verantwortlichkeit, Schuld und Scham auf. Besonders gut hat mir außerdem die sehr differenzierte Darstellung der Personen, insbesondere der Hauptfiguren Koster und Ravens gefallen, die den Leser an deren Gedanken teilhaben lässt und ein sehr menschliches Bild dieser Personen zeichnet, in das auch Alltagsprobleme und Sorgen einfließen. So entsteht Spannung durch die Widrigkeiten während des Ermittlungsprozesses ebenso wie durch die Personen selbst und ihre sich wandelnde Beziehung zueinander. All dies beschreibt Angélique Mundt in einem sehr angenehmen und abwechslungsreichen sprachlichen Stil, bei dem das Lesen wirklich Spaß macht.

Ich fand „Nacht ohne Angst“ ein sehr spannendes Buch, das ohne allzu viel Brutalität und Grausamkeiten auskommt und sich vielmehr auf die spannenden menschlichen Aspekte und Fragen bei der Aufklärung der Todesfälle konzentriert. Mich hat außerdem die Idee des "Tatorts Psychiatrie" fasziniert, der zusätzlichen Zündstoff in die Ermittlungsarbeit bringt. Insgesamt ist „Nacht ohne Angst“ aus meiner Sicht ein rund herum sehr gut gelungenes Debüt der Autorin und ich freue mich schon auf den zweiten Band! Bärbel Sender // Krimizeitschrift.de // 22. Juli 2013

Wer ist schon normal? Normalität liegt im Auge des Betrachters - oder der Psychiater. Wer ist der Täter, wer war eigentlich das Opfer? Darum geht es im Krimidebüt „Nacht ohne Angst“ von Angélique Mundt (Juni 2013, btb). Die Autorin ist selbst Psychotherapeutin und kennt sich mit den Vorgängen in einer psychiatrischen Klinik gut aus. Der Roman ist sehr solide und flüssig geschrieben, hat eine durchaus interessante, wenn auch nicht durchgehend hochspannende Story rund um Todesfälle in der Hamburger Universitätspsychiatrie - und wie so oft eine Liebesgeschichte, die sich zwischen der Psychotherapeutin Tessa Ravens und dem zuständigen Hauptkommissar Torben Koster entwickelt. Koster und sein Kollege Liebetrau, von ihm nur Liebchen genannt, merken rasch, dass man mit gewöhnlichen Ermittlungsmethoden bei den Patienten nicht weiter kommt, denn was von ihren Aussagen ist wahr und was davon einfach eine paranoide Wahnvorstellung? Tessa ist Koster zwar eine Hilfe, aber doch auch wieder nicht, da sie auf eigene Faust Nachforschungen betreibt und sich damit in Gefahr begibt. Lilly Tampier // Wien-aktuell (www.wien-heute.at) // 25. Juni 2013